Ästhetische Dermatologie

Natürliche Schönheit als ultimatives Ziel

Der Titel gab die klare Linie einer Tagung in Bamberg vor, bei der kürzlich ein vielfältiges wissenschaftliches Programm
zum Thema Ästhetik auf der Tagesordnung stand: “Natürlich schön” war die Maxime der Experten, die in Vorträgen und Praxisworkshops zeigten, wie in der ästhetischen Medizin anatomisches Wissen, Handwerkskunst, Materialien und fachliche Expertise ineinander greifen – mit Ergebnissen, von denen sich auch die Fachteilnehmer zu Applaus hinreißen ließen.

Im natürlichen Alterungsprozess verliert die Haut sowohl an Volumen als auch an Spannkraft – es kommt zur Abnahme von Elastin, Kollagen und Hyaluron. Mit einer Computeranimation, die diese Alterungsprozesse im Zeitraffer simuliert, zeigte Dr. Nimrod Friedman aus
Tel Aviv (Israel) sehr anschaulich, welche Areale im Gesicht hier besonders an Volumen verlieren. Auch darunter liegende Strukturen wie Ligamente, Fettkompartimente, Knochen und Muskeln verändern sich.

Volumen und Definition

Die Schläfen, die bei Frauen im Alter tendenziell leicht konvex werden können, sind ein Paradebeispiel, wie mit einer geringen Volumenauffüllung die gesamte Gesichtskontur angehoben werden kann. Friedmann zeigte an einem Modell, dass der Knochen im Schläfenbereich nur im oberen Teil mit Muskel bedeckt ist: Hier kann Hyaluronsäure Volumen ergänzen, ohne in tiefer gelegene Kompartimente abzusacken. Er empfahl, immer im Bereich der Unterkorrektur zu arbeiten, man könne nach einem Monat erneut nacharbeiten. Die Unterkorrektur sei immer besser, als bei einer Überkorrektur Hyaluronidase einsetzen zu müssen. Ange- strebt werden natürliche Gesichtszüge, die sichtbare “Überfüllung“ sei im Sinne der Patienten zu vermeiden.

Für das Volumen setzte er STYLAGE® Bi-SOFT® Filler in den Versionen L und XL bei älteren Patientinnen ein, bei jüngeren Patienten, die nur wenig Volumen brauchen, sei auch STYLAGE® M möglich. Er appellierte auch, im Bereich der Nase, besonders nach Rhinoplastie, besonders langsam zu arbeiten: „Wir wollen nicht, dass Patienten anders aussehen – wir wollen, dass sie besser aussehen.“
Dass er mit diesem Ansatz auch einem jungen Mann helfen kann, der an seinen eher weiblichen Zügen leidet, bewies Friedmann in einer weiteren Demonstration: Mit Volumenaufbau strukturierte er markante männliche Gesichtszüge an Kinn und Wangenpartie.

Lippen verlieren Volumen und Definition

Beim Einsatz von Hyaluronsäure
im Bereich der Lippen, etwa mit STYLAGE® Lips, verfolgen die Behandler verschiedene Strategien:
Für Dr. Martin Koschnik, Ludwigshafen, stehen natürliche Lippenbehandlungen im Fokus. Mit wenigen Injektionspunkten und geringem Volumen definierte er mit niedriger

Abb. 1:
Den Einsatz von STYLAGE
® Bi-SOFT® Fillern zum Volumenaufbau demonstrierte Dr. Nimrod Friedman, Tel Aviv (Israel).

Abb. 2: Dr. Jean-Pierre Amsellem, Pessac (Frankreich), zeichnet bei seinen Modellen vor dem Einsatz von Hyaluronsäureprodukten die geplanten Injektionen an.

Nadelführung symmetrische Lippen: Für ihn ist der goldene Schnitt, die etwas größere Unterlippe, das ästhetische Ideal.

Einen anderen Ansatz verfolgt Dr. Jean-Pierre Amsellem, Pessac (Frank- reich), der volumenidentische Lippen anstrebt. Für natürliche Lippen setzt er eine Injektion zur inversen Volumenauffüllung im Inneren der Lippen ein, ergänzt von minimalen Korrekturen am Philtrum.

Neues Lokal- anästhetikum: Mepivacain

Zu den ganz neuen Produkten auf dem Markt zählt ein Präparat für die Lippenkorrektur: STYLAGE® Bi-SOFT® Lips Mepivacain enthält als Lokalanästhetikum den Wirkstoff Mepivicain. Im Gegensatz zu anderen Anästhetika wie Lidocain fungiert Mepivicain als Vasokonstriktor und verringert damit das Risiko für Schwellungen und Hämatome.

Auch der hochgradig vernetzte Filler STYLAGE® Bi-SOFT® XXL wird jetzt neu mit Mepivacain angeboten.

Nicht jünger, aber schöner

Bei der Planung einer Volumenauffüllung, dem Viscosculpturing mit STYLAGE® Bi-SOFT® XL, orientiert sich Amsellem daran, wie Licht ins Gesicht fällt und Konturen modelliert: „Schaffen sie Licht, nehmen sie Schatten weg.“ Mit dieser Strategie gelingt ihm auch die Korrektur einer überzogenen Lidstraffung, indem er Volumen wieder ergänzt und die zu tief liegende Augenhöhle remodelliert.

Er empfiehlt auch, bei Asymmetrie die Frage nach fehlenden Zähnen zu stellen, die dahinter stecken könnten. Die Augmentation sollte an der schlechteren Seite begonnen und die weniger betroffene Seite angeglichen werden, um die Asymmetrie nicht noch zu verstärken.

Beim Vektorfadenlifting sei die Idee, nicht alleine Volumen zu erhöhen, sondern mit dem Einbringen von Fäden eine Fibrosebildung an den Injektionsstellen zu induzieren, wodurch die Gesichtskonturen angehoben werden. Sein Appell für eine Vorgehensweise hin zum natürlichen Gesicht lautete: „Gute Arbeit ist die, wo man nichts von Eingriffen sieht.“

Komplikationen in der Ästhetik

Auch bei sehr erfahrenen Anwendern können Komplikationen auftreten, beschrieb Dr. Anne Grunert, Erftstadt. Sie unterstützt als SONEWA Medical Advisor Anwender der Präparate dieses Unternehmens bei Fragen rund um die Produkte, auch bei Komplikationen. In einem Rückblick auf Fragen und Fallbeispiele des letzten Jahres zeigte sie mögliche Ursachen auf.

Ein wichtiger Grund sei mangelnde Produktkenntnis – „der falsche Filler am falschen Ort“. Laut Grunert zeigten Nachfragen auch, dass verantwortungsbewusste Behandler Komplikationen vermeiden wollen. „Der Besuch von Workshops und Fortbildungen senkt das Komplikationsrisiko.“ Im Filler Guide 2017
des Portals “Kosmetische Medizin“ wurden auch SONEWA-Präparate bewertet: „Die STYLAGE-Produkte haben ausgesprochen gut abgeschnitten“, fasste Grunert das Urteil zusammen.

Zur Vermeidung von Komplikationen hilft eine detaillierte Anamnese, besonders mit Fragen nach voraus- gegangenen Behandlungen wie Nasen- OPs oder auch Kieferbehandlungen nach Unfällen. Solche Eingriffe können den Verlauf von Nerven und Gefäßen verändern. Bei unklarer Anamnese lautet Grunerts Empfehlung „Finger weg bei voroperierten Patienten“. Sie betonte auch, dass die STYLAGE-Produktfamilie CE- zertifiziert sei – „das Produkt ist in Ordnung“ – alle Dokumentationen seien jederzeit beim Hersteller abfragbar.

Coming Soon:

COG 8D Bi- Direktional, stumpfe Kanüle

Die Palette des PDO Fadenliftings mit VENUS V-Line Fäden zur Repositionierung mit 4D und 6D wird in den kommenden Monaten durch einen stärkeren Faden mit 8D ergänzt, um Repositionierungen in einem Zug zu ermöglichen. 8D COG Fäden sind starke, bi-direktionale Widerhakenfäden aus PDO, mit denen mit hoher Zugkraft das Gewebe in die gewünschte Richtung gezogen werden kann. Die Widerhaken laufen segmental abwechselnd in beide Richtungen, jeweils 8 Haken spiralförmig alle 45 Grad um den Faden. Durch diese spezielle Anordnung wird das Gewebe optimal fixiert und ein “Absinken“ am Zugfaden verhindert. Die Resorptionszeit dieses Faden beträgt aufgrund seiner Stärke (0-0) etwa 18 Monate. Der Widerhakenfaden liegt in einer stumpfen, atraumatischen Kanüle, die Hämatome, Ödeme und eventuelle Nervenschädigungen während der Behandlung deutlich minimiert.

Kundenwunsch in der Beratung abfragen

Die Strategie eines Beratungsgespräches erläuterte Dr. Manuela Rubinger aus Köln: Die zentrale Frage sei der Kundenwunsch, nicht die eigene Vorstellung von Ästhetik. Am Beispiel einer Analyse ihres eigenen Gesichts beschrieb sie, welche Ansatzpunkte in

welchem Umfang angegangen werden könnten. Wichtig sei, bei den Patienten herauszuhören, welche Aspekte des Gesichtes – z.B. eine lange, schmale Gesichtsform – auf jeden Fall erhalten bleiben sollen.

Bei der Gesichtsanalyse könne auch ein Stufenplan verschiedener Eingriffe über die Jahre hinweg ausgearbeitet werden: Aus ihren Erfahrungen heraus werden Patienten, die sich früher hätten operieren lassen, heute mit dem Paket der zur Verfügung stehen- den konservativen Maßnahmen gut behandelt. Den Volumenaufbau mit STYLAGE®-Fillern zeigte sie anschließend auch live vor Ort.

Mit Fäden ein Volumendefizit ausgleichen

In einem multimodalen Full-Face- Ansatz kommen bei Dr. Achmed Tobias Scheersoi, Brühl, bei Kunden mit leichter bis mittlerer Hauterschlaffung im Gesicht und Halsbereich abbaubare Fäden aus Polydioxanon (PDO) zum Einsatz, die VENUS V-Line Widerhakenfäden.
Mit einem Fadenlifting mit 4D und 6D PDO-Fäden demonstrierte er live, wie sich damit ein Volumendefizit im Mittelgesicht ausgleichen lässt und auch Konturen am Kinn geglättet werden können.

Er setzte zur Straffung von Wangen und Kinnpartie pro Seite des Gesichts vier Fäden ein, erst die Version 4D, dann 6D: Drei Fäden wurden stern- förmig vom Jochbein ausgehend in der Wange eingebracht, ein vierter Faden verlief an der Seite in Richtung zum Kinn. Er erläuterte, dass sein Behandlungsplan hier vom Jochbein startend ausging, wo entsprechende Bandstrukturen im Gesicht als Fixationspunkte der Fadenansätze fungieren: „Trauen sie sich, mit größeren Fäden zu arbeiten – die Effekte wer- den besser.“ Das Full-Face-Lifting wird im Bereich von Augenbrauen und Hals mit VENUS V-Line Widerhakenfäden komplettiert. Die Fäden müssen immer an die Haut der Kunden angepasst sein: „Je dünner die Haut ist, desto eher würde ich mit den dicken Fäden aufpassen.“

Das Fadenlifting kann Teil einer Kombinationsbehandlung mit Fillern und Botox sein. Vorteile gegenüber operativen Eingriffen sind kurze Ausfallzeiten, keine Narkose, abbau- bare Produkte und schnell sichtbare Ergebnisse. Das VENUS V-Line Fadenlifting kann auch im Bereich des Halses, des Dekolletés, der Oberarme, des Gesäßes und der Oberschenkel erfolgreich eingesetzt werden.

Handwerk, medizinische Expertise und Innovation

Helge Raps, Geschäftsführer von Sonewa, beschrieb, welchen Einfluss die Haptik und die Handhabung der jeweiligen Injektionstechnik in der ästhetischen Medizin haben: „Sie sind Handwerker, sie sind Künstler, sie haben etwas in der Hand – es geht um Ästhetik.“ Mit der Entwicklung des neuen Injektionssystem, dem Bi-SOFT® Injection Technology System, gelingt eine deutlich bessere Kontrolle in der Handhabung. Die neue, innovative Spritze bietet höhere Präzision, Komfort und Kontrolle bei der Injektion und wurde speziell zur Unterstützung und Erleichterung der täglichen Praxisarbeit entwickelt.

Raps fasste das Angebot der im Praxiseinsatz gezeigten Präparate abschließend zusammen: „Es gibt viele Möglichkeiten, die zum Ziel führen – Beispiel Lippe. Wir haben einen Fächer aufgemacht, sie haben die Möglichkeiten gesehen. Die beste Technik ist die, die Sie wirklich gut beherrschen, bei der sie sich wohl- fühlen – nur da bekommen sie auch die besten Ergebnisse.“ •

Quelle: Workshop “The Natural Face – Natürlich schön”, 22.-23. Februar 2019, Bamberg; Veranstalter: SONEWA