Aktinische Keratose

Aktinische Keratosen und Feldkanzerisierung als Berufskrankheit

Meldung einer BK-Nr. 5103 zur Erstattung der Photodynamischen Therapie

Viele Erwerbstätige sind durch ihren Beruf täglich starker UV-Strahlung ausgesetzt, weshalb bestimmte Hautkrebserkrankungen arbeitsbedingt verursacht sein können. Seit 2015 sind multiple Aktinische Keratosen (AK) und das Plattenepithelkarzinom (SCC) unter der BK-Nr. 5103 offiziell als Berufskrankheit (BK) anerkannt.

Bei allen Patienten und Patientinnen, die unter einer dieser Formen des hellen Hautkrebses leiden, sollte daher auch immer deren Beruf abgeklärt und berücksichtigt werden. Wenn der Verdacht auf eine Berufskrankheit besteht, muss dieser gemeldet werden. Diese Pflicht ist unabhängig von der Einwilligung der Patienten. Außerdem spielt es keine Rolle, ob sie noch erwerbstätig oder schon in Rente sind, da die Meldung auch rückwirkend möglich ist.

Wenn die Berufskrankheit einmal anerkannt ist, haben die Versicherten einen rechtlichen Anspruch auf lebenslange Behandlung und der behandelnde Arzt die Sicherheit, diese vom Unfallversicherungs-Träger (UV-Träger) vergütet zu bekommen. Die Abrechnung erfolgt in dem Fall extrabudgetär nach den Ziffern der UV-GOÄ. Da die Meldung des Verdachts auf eine Berufskrankheit oft sehr kompliziert erscheint, sind hier einige praxisnahe Tipps zusammengefasst, die das Vorgehen erleichtern sollen.

Voraussetzungen für die BK-Nr. 5103

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit der helle Hautkrebs als Berufskrankheit anerkannt wird:
• Gesicherte Diagnose von multiplen Aktinischen Keratosen (mind. 6 einzelne AK-Läsionen pro Jahr oder konfluierend auf einer Fläche von mehr als 4 cm2) oder eines Plattenepithelkarzinoms

• Hautveränderungen liegen in einem Bereich, der dem natürlichen UV-Licht arbeitsbedingt ausgesetzt war

• Patient gehört(e) einer besonders betroffenen Berufsgruppe an (z.B. Dachdecker, Maurer, Land- & Forstwirt, Gärtner, Bademeister, Straßenbauer, Bergführer etc.)

• Ausreichend intensive arbeitsbedingte UV-Exposition (>40% der Lebenszeit – siehe Beispiel)

• Keine wesentliche außerberufliche UV-Belastung

In vier Schritten zur Meldung & Erstattung einer BK

1. Meldung

Einmalig: Meldung des Verdachts auf eine BK durch den behandelnden Arzt mithilfe des Formulars F 6000 “Ärztliche Anzeige bei Verdacht auf eine Berufskrankheit“.

2. Hautkrebsbericht

Einmalig: Erstellung des Hautkrebsberichts F 6120-5103 durch den behandelnden Arzt (nur nach Anforderung durch UV-Träger).

3. Anerkennung & Behandlung

Einmalig: Antragsprüfung & Anerkennung der Berufskrankheit durch den UV-Träger.

Sofort & dauerhaft: Behandlung mit geeigneter Therapie gemäß Leitlinie durch den behandelnden Arzt (zunächst zu Lasten der Krankenversicherung oder als IGeL bis zum Behandlungsauftrag durch den UV-Träger)

4. Prüfung & Nachsorge

1x jährlich: Ganzkörperuntersuchung des Patienten und Nachsorgebericht F 6122-5103 (nur nach Anforderung durch UV-Träger) durch den behandelnden Arzt.
Die benötigten Formulare können unter www.dguv.de heruntergeladen werden.

Photodynamische Therapie mit 5-ALA zur Behandlung von Aktinischen Keratosen und Feldkanzerisierung

Eine Möglichkeit zur nachhaltigen Behandlung von Aktinischen Keratosen und Feldkanzerisierung* ist die Photodynamische Therapie (PDT) mit 5-Aminolävulinsäure (ALA) in Nanoemulsion (Ameluz®), die durch sehr gute Heilungsraten und ein hervorragendes kosmetisches Ergebnis überzeugt. Dies ist in zahlreichen Studien belegt worden. [1-5]

Sie kann sowohl konventionell mit kaltem Rotlicht im Bereich um 635 nm als auch unter Verwendung von natürlichem oder künstlichem Tageslicht durchgeführt werden. [1] Beide Therapieformen können nach Erteilung des Behandlungsauftrags durch den UV-Träger über die UV-GOÄ abgerechnet werden. Die relevanten UV-GOÄ Ziffern für die konventio nelle PDT sind die 570 und 571; für die (simulierte) Tageslicht-PDT sind es die 753 und 754.

Behandeln statt abwarten

Wichtig ist in jedem Fall, dass jeder Patient mit Aktinischen Keratosen und Feldkanzerisierung unverzüglich behandelt wird – unabhängig davon, ob eine BK vorliegt oder nicht –, da immer die Gefahr einer Progression in ein invasives Plattenepithelkarzinom besteht.

Quelle: Biofrontera

Literatur

  1. Fachinfo Ameluz® Stand April 2019
  2. Szeimies et al., Br J Dermatol. 2010 Aug;163(2):386-94.
  3. Dirschka et al., Br J Dermatol. 2012 Jan;166(1):137-46.
  4. Reinhold et al., Br J Dermatol. 2016 Oct;175(4):696-705
  5. Dirschka et al., J Eur Acad Dermatol Venereol. 2019 Feb;33(2):288-297