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Editorial-Ästhetische Dermatologie

Psoriasis, im Volksmund auch Schuppenflechte genannt, ist eine erblich bedingte, chronische Haut- und Gelenkerkrankung, der wir alle in unserem beruflichen Alltag in der dermatologischen Praxis allzu oft begegnen, denn die Psoriasis ist nach der Neurodermitis die häufigste chronische Hauterkrankung und tritt in Deutschland im Erwachsenenalter mit einer Prävalenz von etwa zwei bis drei Prozent auf. Patienten mit Psoriasis leiden wegen der sichtbaren Hautmale erheblich unter Stigmatisierung und Diskriminierung und ziehen sich infolgedessen häufig aus dem sozialen Leben weitgehend zurück. Die Psoriasis ist nicht ursächlich heilbar, es steht aber inzwischen eine ganze Palette moderner Behandlungsmethoden zur Verfügung, von denen einigen in der vorliegenden Ausgabe von Ästhetische Dermatologie thematisiert werden.

Prof. Dr. med. Khusru Asadullah, Facharzt für Dermatologie und Fachimmunologe aus Potsdam, plädiert dabei im Gespräch mit uns dafür, die Möglichkeiten der modernen Psoriasis-Therapie in der Praxis voll auszuschöpfen, und gibt am Beispiel der mittelschweren bis schweren Psoriasis Tipps für den sinnvollen Einsatz neuerer Therapieoptionen. So verwendet er häufig Biologika, wenn mit den konventionellen Systemtherapeutika keine ausreichenden therapeutischen Effekte erzielt werden konnten, intolerable Nebenwirkungen aufgetreten sind oder Kontraindikationen für deren Gabe bestehen (s.S. 26ff).

Dass durch den Einsatz von Biologika eine deutlich verbesserte Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit in der Behandlung mittelschwerer bis schwerer Formen der Psoriasis erreicht werden kann und sich vor allem auch durch das breite Biologika-Portfolio neue Möglichkeiten für die gezielte, individuelle Behandlung einzelner Patienten ergibt, bestätigte kürzlich auch Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis, Fachärztin für Dermatologie, Venerologie, Allergologie und Naturheilverfahren aus Bonn, bei einer Veranstaltung im Rahmen der 21. Tagung der DWFA (Dermatologische Wissenschafts- und Fortbildungsakademie NRW) in Köln (s.S. 14f).

Schließlich präsentierten und diskutierten bei einem Satellitensymposium im Rahmen ebenjener Veranstaltung Dr. med. Wiebke Sondermann, Oberärztin in der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Essen, und PD Dr. med. Jan P. Nicolay, Oberarzt in der Hautklinik der Universitätsmedizin Mannheim, den Einsatz von Fumarsäureestern zur Behandlung der Psoriasis in unterschiedlichen klinischen Situationen und erläuterten u.a. anhand einzelner Kasuistiken aus ihrer Sprechstunde, welche Patienten für eine Therapie mit Fumarsäureestern in Frage kommen und wie man auf etwaige Nebenwirkungen reagieren kann (s.S. 22f).

Ihr

Reinhard W. Gansel
Schriftleiter Ästhetische Dermatologie