Aktuell Derma

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

(Foto: Peter Gwiazda, Peter Gwiazda Portraits, https://petergwiazda.de)

Die Tätigkeit ästhetischer Chirurginnen und Chirurgen (und anderer in der Ästhetik beheimateter Ärztinnen und Ärzte) betrifft je nach Eingriff bzw. Behandlung Areale des menschlichen Körpers, die auf einer Intimitätsskala an höchst unterschiedlichen Punkten zu verorten wären. So wird ein Großteil der gewünschten Veränderungen am „öffentlichsten“ Teil der Physis vorgenommen – dem Gesicht, der (zumindest in unserem Kulturkreis) in aller Regel unverhüllt präsentierten „Visitenkarte“ des Menschen, die ganzjährig und über die meisten Stunden des Tages hinweg für jedermann sichtbar ist. Andere häufige Eingriffe wie z.B. diverse Straffungen, Absaugungen oder Augmentationen finden oftmals in Regionen statt, die nur in den leichtbekleideten Sommermonaten ihren „öffentlichen Auftritt“ erleben und ansonsten unter der Kleidung eher zu erahnen sind.

Aber auch und gerade in jenen Bereichen, die der Intimsphäre im allerengsten Sinne zuzuordnen sind und in der Regel nur den Blicken des jeweiligen Lebenspartners bzw. der jeweiligen Lebenspartnerin zugänglich gemacht werden, ist die subjektive Schönheit bzw. Freiheit von Makeln eine fundamentale Voraussetzung für die Akzeptanz seiner selbst und eine erfüllte, schambefreite Sexualität. Diese Akzeptanz herzustellen bzw. zu unterstützen, ist die genuine Intention der ästhetischen Chirurgie im Allgemeinen, aber in besonderem Maße eben auch der immer populärer werdenden Intimchirurgie. Diesen Trend bestätigt auch die brandaktuelle Statistik der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) 2024/2025, in der die Intimchirurgie einen deutlichen Zuwachs aufweist – sowohl in der Gesamtzielgruppe als auch (bzw. insbesondere) bei den unter 30-jährigen (s.S. 36ff).

In diesem Zusammenhang freut es mich und den herausgebenden mdm Verlag ganz besonders, dass DISKURS Dermatologie, in dem auch bisher schon immer wieder intimchirurgische Themen aufgegriffen wurden, ab der vorliegenden Ausgabe das offizielle Verbandsorgan der einschlägigen und, im mittlerweile schon 13. Jahr ihres Bestehens, fest etablierten Fachgesellschaft ist, der multidisziplinären Gesellschaft für ästhetische und rekonstruktive Intimchirurgie Deutschland, oder kurz GAERID e.V.! Eine kurze Darstellung der Ziele und Aktivitäten der GAERID finden Sie auf Seite 39 des vorliegenden Heftes – wie auch einen Internetlink zur einfachen Beantragung einer Mitgliedschaft, die für alle in diesem Teilgebiet der ästhetischen Chirurgie tätigen bzw. daran interessierten Behandlerinnen und Behandler große Vorteile bietet. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und spannende Fachberichte aus der intimchirurgischen Praxis!

Ihre
Dr. med. Andrea Schulz

Schriftleiterin DISKURS Dermatologie