Weltweit vereint gegen das Leiden: Erster World Prurigo Day
Starkes internationales Zeichen für mehr Aufmerksamkeit und Versorgung bei chronischer Prurigo
Mit dem ersten World Prurigo Day am 21. Juni 2025 wurde weltweit ein starkes Zeichen für die oft vernachlässigte Personengruppe mit chronischer Prurigo / Prurigo nodularis (CPG/PN) gesetzt. Die globale Veranstaltung, organisiert von den international renommierten Dermatolog*innen Prof. Dr. Sonja Ständer (Universitätsklinikum Münster) und Prof. Dr. Matthias Augustin (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf), fand zeitgleich in Deutschland, Frankreich, Rumänien, Indien sowie den USA und Kanada statt – mit jeweils eigenen Live-Programmen in der Landessprache und einer Teilnehmerschaft aus allen 5 Kontinenten.
Der World Prurigo Day markiert den Geburtstag des Erstbeschreibers der Erkrankung, J.N. Hyde (1840–1910), und verfolgt ein klares Ziel: globale Aufklärung fördern, Versorgung verbessern, Forschung beschleunigen. Aufgrund seiner hohen Bedeutung wird der World Prurigo Day von einer Vielzahl nationaler und internationaler Organisationen unterstützt. „Die enorme Resonanz von Betroffenen, Patientenorganisationen und internationalen Kollegen zeigt, wie groß der Bedarf an Information, Austausch und Sichtbarkeit für diese belastende Hauterkrankung ist“, so Prof. Ständer und Prof. Augustin.
Einblicke, Innovationen und Interaktion: Das war das Programm in Deutschland
Der deutsche Livestream bot ein breites Programm für Ärzt*innen und Betroffene. Moderiert von Prof. Ständer und Prof. Augustin, beleuchteten die renommierten Fachärztinnen Dr. Claudia Zeidler und Dr. Svenja Royeck die Definition, Krankheitslast, Therapieoptionen und praktische Alltagstipps. Die wichtigste Perspektive im Rahmen des World Prurigo Day, nämlich die der Betroffenen, brachten Kim Oppermann mit ihrer Patientinnen-Geschichte sowie Linda Stockmeier der Prurigo-Selbsthilfegruppe auf Facebook im Dialog mit Prof. Augustin zur Krankheitslast ein. Auch das Netzwerk Autoimmunerkrankter NIK e.V. sendete eine Stellungnahme der Vorstandsvorsitzenden Tanja Renner sowie von weiteren Patient*innen-Stimmen zu diesem wichtigen Event. Die Inhalte waren patient*innennah und evidenzbasiert zugleich – ein zentrales Anliegen des Tages.
Internationale Perspektive: Globale Expertise vereint
Auch das Event für Nordamerika und Kanada wurde von Prof. Ständer und Prof. Augustin sowie von Prof. Gil Yosipovitch (University of Miami) moderiert. Prof. Yosipovitch sprach zu Innovationen in der Therapie, Dr. Sarina Elmariah (Boston, Harvard Medical School) zum klinischen Hintergrund und Dr. Elena Netchiporouk (Montréal, McGill University) zur Krankheitslast des Krankheitsbildes. Vorträge von Prof. Augustin zur Bedeutung des ersten World Prurigo Day sowie ein Abriss der Geschichte dieser Erkrankung von Prof. Ständer rundeten das Programm ab.
In Frankreich leitete Prof. Laurent Misery (Brest, Universität Brest) die nationale Session, präsentierte wichtige Einblicke in die Geschichte der CP/PN, informierte über Netzwerke und Initiativen und gab Einblicke in aktuelle Therapieentwicklungen. Christine Patras de Campaigno, eine selbst betroffene Dermatologin, die in Frankreich die Patient*innenorganisation Association France Prurigo Nodulaire leitet, sprach zur Krankheitslast und gab Tipps und Tricks für Patient*innen. In Indien wurde eine CME-Fortbildung unter Leitung von Dr. Asit Mittal (Udaipur) abgehalten – ein wissenschaftlich fundiertes Programm für Ärzt*innen, das den fachlichen Diskurs in der Region nachhaltig fördern soll. Auch in Indien wird der hohe Leidensdruck der chronischen Prurigo anerkannt und es sollen Maßnahmen zur besseren Versorgung initiiert werden.
Digitale Anlaufstelle geplant: Ausbau der Website zum internationalen Patienten-Hub
Im Zuge des großen Interesses und der positiven Resonanz planen die Initiator*innen, die bestehende Website www.worldprurigoday.org perspektivisch zu einer zentralen Patient*innen-Plattform auszubauen. Ziel ist es, eine verlässliche, niedrigschwellige Anlaufstelle für Betroffene weltweit zu schaffen. Neben wissenschaftlich fundierten Informationen zu Symptomen, Diagnostik und Therapieoptionen soll die Plattform künftig auch Videos, Erfahrungsberichte sowie den Kontakt zu medizinischen Expert*innen bieten. So wird der World Prurigo Day über das Event hinaus zu einem dauerhaften Ankerpunkt für Aufklärung, Empowerment und internationale Vernetzung.
Ergebnis und Ausblick: Mehr als 500 Teilnahmen und eine klare Vision
Mehr als 500 Live-Zuschaltungen aus den teilnehmenden Ländern machen die Erstauflage des World Prurigo Day zu einem beachtlichen Erfolg für eine neu gestartete Patient*inneninitiative. Die Initiator*innen planen bereits die Ausweitung im kommenden Jahr – dann mit einem erweiterten Fokus auf den gesamten Komplex des chronischen Pruritus. „Der World Prurigo Day hat gezeigt, dass internationale Kooperation und patientennahe Kommunikation möglich und wirksam sind“, resümierten Ständer und Augustin.
Unterstützt wurde die Veranstaltung durch die pharmazeutischen Unternehmen Sanofi | Regeneron und Galderma. Konzeption und Umsetzung haben die beiden Initiator*innen gemeinsam mit der Prurigo Nodularis League, den internationalen Expert*innengruppen zum Pruritus (EADV, IFSI), dem Hautnetz Deutschland e.V. und der Hamburger Healthcare-Kommunikationsagentur Health Angels realisiert.
Quelle: Health Angels GmbH
