Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom, das ein metastasierendes Melanom imitiert
(avc) Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET)/Computertomographie (CT) ist ein bewährtes Instrument zur Diagnose und zum Staging verschiedener bösartiger Erkrankungen. Während einer Therapie mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren (ICI) können jedoch nicht nur entzündliche Veränderungen ein Fortschreiten der Erkrankung vortäuschen, sondern bei ungewöhnlichen klinischen und radiologischen Befunden sollten auch sekundäre bösartige Erkrankungen in Betracht gezogen werden.
In dieser Studie wird der Fall eines 64-jährigen Mannes mit einem lymphogenen metastasierten malignen Melanom vorgestellt, der mit Ipilimumab/Nivolumab behandelt wurde und bei dem PET/CT eine Tumorprogression einer intraabdominalen Masse anzeigte. Die Biopsie ergab eine ungewöhnliche reaktive T-Zell-Expansion ohne klonale Expansion, die pathologisch mit einer ICI-induzierten Immunantwort übereinstimmte. Da sich der Allgemeinzustand des Patienten verschlechterte, wurde zu einer zielgerichteten Therapie gewechselt, die jedoch wegen zunehmender Müdigkeit abgesetzt werden musste. Eine PET/CT-Nachuntersuchung nach 6 Monaten zeigte eine weitere intraabdominelle Progression. Die anschließende Histopathologie des exstirpierten mesenterialen Lymphknotenkonglomerats ergab ein diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom.
Dieser Fall zeigt, wie wichtig wiederholte histologische Untersuchungen von radiologischen Pathologien sind, um sekundäre Malignome von ICI-induzierten Entzündungsreaktionen oder progressiven Erkrankungen zu unterscheiden.
Autor*innen: Janßen et al. 2025
Korrespondenz: Department of Dermatology, Medical Faculty and University Hospital Düsseldorf, Heinrich-Heine-University Düsseldorf, Germany
Studie: Diffuse large B-cell lymphoma mimicking metastatic melanoma: the importance of biopsies in the era of immune checkpoint inhibitors
Quelle: Melanoma Res. 2025 Feb 27.
Web: dx.doi.org/10.1097/CMR. 0000000000001028
