Aus der Wissenschaft

Zoom-in-Dermoskopie für Gesichtstumoren

(avc) Gesichtsläsionen, einschließlich Lentigo maligna und Lentigo maligna melanoma (LM/LMM), die beide bösartig sind, stellen aufgrund ihrer klinischen Ähnlichkeit mit gutartigen Erkrankungen erhebliche diagnostische Herausforderungen dar. Die Standard-Dermatoskopie ist zwar ein bewährtes Diagnoseinstrument, doch ist sie nicht in der Lage, Details auf zellulärer Ebene zu erkennen, was die Notwendigkeit neuer vergrößerter Techniken unterstreicht. Ziel dieser Studie war es, die Rolle der Standarddermatoskopie, der Hochvergrößerungsdermatoskopie und der erweiterten Fluoreszenz-Videodermatoskopie (FAV) bei der Diagnose von LM/LMM und deren Unterscheidung von gutartigen Gesichtsläsionen zu bewerten.

In dieser retrospektiven, multizentrischen Beobachtungsstudie wurden 85 Patient*innen mit Hautläsionen im Gesicht (einschließlich LM, LMM, Basalzellkarzinom, solare Lentigo, seborrhoische Keratose, aktinische Keratose und Nävi) untersucht, die sich einer dermatologischen Untersuchung zur Hauttumorsuche unterzogen. Es wurden eine Standarddermatoskopie mit 30-facher Vergrößerung (D30), eine Hochvergrößerungsdermatoskopie mit 150-facher Vergrößerung (D150) und eine FAV-Untersuchung durchgeführt. Die dermatoskopischen Bilder wurden retrospektiv auf das Vorhandensein von 15 30-fachen und 21 150-fachen dermatoskopischen Merkmalen ausgewertet, und ihre Häufigkeit wurde berechnet. Um D30 mit D150 und D150 mit FAV zu vergleichen, wurden der Gwet-AC1-Konkordanzindex und die Rate der korrekten Klassifizierung (CCR) geschätzt.

Unter den 85 analysierten Gesichtsläsionen wiesen LM/LMM bei D30 ausgeprägte dermatoskopische Merkmale auf, darunter ein blau-weißer Schleier, Regressionsstrukturen, unregelmäßige Punkte oder Kügelchen, gewinkelte Linien, ein ringförmiges granuläres Muster, asymmetrische pigmentierte Follikelöffnungen und Follikelverödung. Bei D150 überwogen rundliche Melanozyten und Melanophagen. Die FAV-Untersuchung ergab große dendritische Zellen, isolierte Melanozyten und freies Melanin in LM/LMM mit hoher Übereinstimmung mit D150.

Die Integration von D30, D150 und FAV in die klinische Praxis könnte, so die Autor*innen, die diagnostische Präzision bei Gesichtsläsionen durch die Kombination makroskopischer und zellulärer Erkenntnisse verbessern und dadurch unnötige Biopsien reduzieren.

Autor*innen: D‘Onghia et al. 2025

Korrespondenz: Dermatology Unit, Department of Medical, Surgical and Neurological Sciences, University of Siena, 51300 Siena, Italy

Studie: Zoom-in Dermoscopy for Facial Tumors

Quelle: Diagnostics (Basel). 2025 Jan 30;15(3):324.

Web: dx.doi.org/10.3390/diagnostics 15030324