Optimierung der Versorgung von Patienten mit Fragilitätsfrakturen
Die Rolle von REMS in Tertiären Präventions-Programmen (z.B. FLS)
Nur etwa 20% der Patienten mit Osteoporose erhalten zurzeit eine adäquate evidenzbasierte Therapie – zum Teil, da die notwendige Diagnostik zu aufwendig, zeitraubend und stressig für geriatrische Patienten mit funktionellen Einschränkungen und deren Pfleger und Betreuer ist. Fragilitätsfrakturen stellen dabei eine erhebliche Herausforderung im Management der Osteoporose dar. Tertiäre Prävention z.B. durch das Fracture Liaison Service (FLS)-Programm zielt darauf ab, diese Herausforderungen zu bewältigen, indem es nachfolgende Frakturen durch strukturierte Versorgung und verbesserte Kommunikation zwischen den Gesundheitsdienstleistern verhindert.
Tertiäre Präventions-Programme konnten in Studien zeigen, dass sie die Versorgung von Patienten nach einer geriatrischen Fraktur verbessern und durch die Erkennung von Risikofaktoren zur Vermeidung weiterer Frakturen verhindern. Nicht nur Patienten nach Fragilitätsfrakturen sind gebrechlich, sondern auch bettlägerige und sarkopene geriatrische Personen oder solche mit häufigen Stürzen und neurologischen Erkrankungen. Angesichts des zunehmenden Bedarfs an früher Diagnose zur Verhinderung von Frakturen und Refrakturen hat sich die Radiofrequenz-Echo-Multi-Spektrometrie (REMS) als ein wertvolles Tool herauskristallisiert, das z.B. FLS verbessern kann, indem es die Einschränkungen bisheriger Methoden zur Beurteilung der Knochenstruktur, wie DXA oder QCT, überwindet.
Die gegenwärtige Literatur zeigt, dass REMS durch eine einfache Ultraschalluntersuchung des proximalen Femurs und der Lendenwirbelsäule ein effektives Werkzeug zur Beurteilung von Knochendichte, Knochenfragilität und Frakturrisiko über 5 Jahre darstellt. REMS kann zuverlässig Artefakte (wie Gefäßverkalkungen, Osteophyten, vorherige Frakturen, usw.) automatisiert aus der Analyse auszuschließen, was im Vergleich zu DXA eine genaue Beurteilung der Knochengesundheit ermöglicht. REMS erlaubt ohne ionisierende Strahlung die Bewertung und Überwachung der Knochengesundheit bei Personen mit multiplen Komorbiditäten, bettlägerigen Patienten, auf geriatrischen Stationen und sogar im ambulanten und häuslichen Umfeld, aufgrund seiner Portabilität.
Fazit
Die Integration von REMS in die routinemäßige klinische Praxis und in Tertiären Präventions Programmen (z.B. FLS) kann die frühzeitige Diagnose von Osteoporose, das Frakturrisiko-Management und die Prävention von Fragilitätsfrakturen in verschiedenen Patientenpopulationen erheblich verbessern, das Follow-Up personalisierter Osteoporosetherapien überwachen und chirurgische Entscheidungen auf der Grundlage von automatisierten Bewertungen der Knochenqualität stellen. Seine Portabilität, Präzision und Fähigkeit, Artefakte automatisch auszuschließen, machen REMS zu einem innovativen Tool in der Versorgung von Patienten nach einer Fragilitätsfraktur, um weitere Frakturen zu verhindern. Dieses Tool verbessert nicht nur die Kontinuität der Versorgung, sondern optimiert auch die Tertiären Präventions-Programme.
Literatur
1. Diez-Perez A et al. Radiofrequency echographic multi-spectrometry for the in-vivo assessment of bone strength: State of the art-outcomes of an expert consensus meeting organized by the European Society for Clinical and Economic Aspects of Osteoporosis, Osteoarthritis and Musculoskeletal Diseases (ESCEO). Aging Clin. Exp. Res. 2019, 31, 1375-1389.
2. Fuggle NR et al. Radiofrequency echographic multi spectrometry (REMS) in the diagnosis and management of osteoporosis: state of the art. Aging Clinical and Experimental Research (2024) 36:135
