Urtikaria

Wirksamkeit von Remibrutinib bei chronischer spontaner Urtikaria bestätigt

Kürzlich wurden neue Daten zur Wirksamkeit von Remibrutinib bei chronischer spontaner Urtikaria (csU) auf dem EAACI 2025 präsentiert. [1,2] Im Rahmen zweier Subgruppenanalysen der zulassungsrelevanten Phase-III-Studien REMIX-1 und -2 konnte die Wirksamkeit des Bruton-Tyrosinkinase (BTK)-Inhibitors unabhängig des Immunglobulin E (IgE)-Levels sowie eine Verbesserung der Angioödem-Aktivität bei gleichzeitig günstigem Sicherheitsprofil gezeigt werden. [1,2] Damit könnte Remibrutinib zukünftig eine neue wirksame Therapie für Patient*innen mit csU darstellen.

Bzgl. einer rechtzeitigen Diagnose und adäquaten Therapie zeichnet sich ab, dass der zugrunde liegende Endotyp relevant sein könnte. Man unterscheidet hier nach Typ I, bei dem die Entzündung durch IgE getrieben wird, und Typ IIb, welcher eine Aktivierung via IgG-Antikörper vorweist. [3] Ausgangswerte des IgE-Spiegels könnten mit dem Behandlungserfolg korrelieren: Ein niedriger Gesamt-IgE-Spiegel im Serum zu Beginn der Behandlung könnte möglicherweise ein schlechtes oder fehlendes Ansprechen auf reine IgE-Inhibitoren vorhersagen. [4]

Im Rahmen des EAACI wurde nun eine Subgruppenanalyse der REMIX-Studien vorgestellt, in der die Wirksamkeit von Remibrutinib bei Patient*innen mit csU, die trotz H1-Antihistaminika symptomatisch blieben, basierend auf dem IgE-Ausgangslevel ausgewertet wurde. [1] Remibrutinib bindet kovalent und mit hoher Selektivität an BTK [5] und inhibiert somit sehr effektiv die Aktivierung der Basophilen und Mastzellen, unabhängig vom Endotyp. [1] In der gepoolten Analyse wurden 606 Patient*innen im Remibrutinib-Arm mit 306 Patient*innen aus dem Placebo-Arm eingeschlossen. [1] Dabei wurde die durchschnittliche Veränderung gegenüber dem Ausgangswert im wöchentlich erfassten Urtikaria-Aktivitäts-Score (UAS7) in den Wochen 1, 2, 12, 24 und 52 in Abhängigkeit vom Gesamt-IgE-Ausgangswert bewertet (verwendete Cut-offs: niedrig ≤43 IU/ mL; normal/hoch >43 IU/mL sowie alternativ ≤100 IU/mL; >100 IU/mL). [1] Insgesamt hatten 25,9% der Patient*innen unter Remibrutinib und 29,4% unter Placebo einen niedrigen IgE-Ausgangswert (<43 IU/ mL). Remibrutinib zeigte eine frühe und anhaltende Symptomverbesserung unabhängig vom Ausgangs-IgE-Spiegel. Bereits in Woche 1 betrug die mittlere UAS7-Reduktion bei niedrigem IgE –13,8 vs. –2,4 (Placebo) und bei normalem/hohem IgE –11,1 vs. –4,0 (Placebo). In Woche 12 verstärkte sich dieser Effekt auf –24,8 vs. –11,4 bzw. –20,0 vs. –13,7. [1] Somit kann Remibrutinib zu einer anhaltenden Reduktion der Urtikaria-Symptome unabhängig vom IgE-Level führen.

Darüber hinaus wurde eine weitere gepoolte Analyse der REMIX-Studien vorgestellt, welche das Ansprechen auf Remibrutinib im Angioödem-Aktivitäts-Score 7 (AAS7) bei Patient*innen bewertete, welche zu Studienbeginn einen AAS7-Wert von >0 hatten. Zu Studienbeginn berichteten 374 Patient*innen in der Remibrutinib-Gruppe und 169 in der Placebo-Gruppe über Angioödeme, mit einem durchschnittlichen AAS7-Ausgangswert von 43,3 respektive 39,1. Remibrutinib zeigte eine hohe Wirksamkeit in Form einer schnellen und anhaltenden Verbesserung der Angioödem-Aktivität. Bereits in Woche 1 erreichte ein höherer Anteil der Patient*innen unter Remibrutinib einen AAS7=0, und damit keine Angioödeme, im Vergleich zu Placebo. Dieser Effekt hielt bei 82% der Patient*innen bis Woche 52 an.

Die auf dem EAACI präsentierten Daten bestätigen erneut die Wirksamkeit des BTK-Inhibitors auch in den untersuchten Subgruppen und zeigen ein konsistentes Sicherheitsprofil. [1,2] Basierend darauf könnte zukünftig Remibrutinib eine effiziente Therapieoption unabhängig des zugrunde liegenden Endotyps sein und zudem das belastende Symptom Angioödem zuverlässig verringern. [1,2]

Quelle: Novartis Pharma GmbH

Literatur

1. Reed J, et al. EAACI 2025, Abstract 001293.

2. Hide M, et al. EAACI 2025, Abstract 000816.

3. Church MK, et al. Immunol Rev. 2018;282(1):232-247.

4. Chuang KW, et al. J Allergy Clin Immunol Pract. 2023;11(8):2382-2389.e3.

5. Angst D, et al. J Med Chem. 2020; 63(10): 5102-5118.