Vermittler von Wechselwirkungen zwischen Stoffwechselstörungen und Hautgesundheit bzw. -erkrankungen
(avc) Stoffwechselstörungen, darunter Typ-2-Diabetes mellitus (T2DM), Adipositas und das metabolische Syndrom, sind systemische Erkrankungen, die tiefgreifende Auswirkungen auf die Hautmikrobiota haben, eine dynamische Gemeinschaft aus Bakte- rien, Pilzen, Viren und Milben, die für die Gesundheit der Haut unerlässlich ist.
Eine durch Stoffwechselstörungen verursachte Dysbiose trägt zur Störung der Hautbarriere, zu einer Fehlregulation des Immunsystems und zu einer erhöhten Anfälligkeit für entzündliche Hauterkrankungen wie Psoriasis, atopische Dermatitis und Akne bei. Beispielsweise führt Hyperglykämie bei T2DM zur Bildung von fortgeschrittenen Glykations- endprodukten (AGEs), die sich an den Rezeptor für AGEs (RAGE) auf Keratinozyten und Immunzellen binden, oxidativen Stress und Entzündungen fördern und gleichzeitig die Besiedlung mit Staphylococcus aureus bei atopischer Dermatitis begünstigen.
In ähnlicher Weise erhöht eine durch Fettleibigkeit verursachte Dysregulation der Talg-Lipidzusammensetzung den Gehalt an gesättigten Fettsäuren, was pathogene Stämme von Cutibacterium acnes begünstigt, die entzündliche Metaboliten produzieren, welche die Akne verschlimmern.
Fortschritte in der Metabolomik und der Mikrobiomsequenzierung haben wichtige Biomarker wie kurzkettige Fettsäuren und mikrobielle Signaturen aufgedeckt, die therapeutische Ergebnisse vorhersagen können. Beispielsweise wurde ein erhöhter Butyratspiegel bei Psoriasis mit einer verminderten Th17-vermittelten Entzündung in Verbindung gebracht, während das Vorhandensein spezifischer Lactobacillus-Stämme das Potenzial gezeigt hat, die Immuntoleranz bei atopischer Dermatitis zu modulieren.
Darüber hinaus werden zunehmend Modelle des maschinellen Lernens eingesetzt, um Multi-Omics-Daten zu integrieren und personalisierte Interventionen zu ermöglichen.
Neue Therapien wie Probiotika und Postbiotika zielen darauf ab, die mikrobielle Vielfalt wiederherzustellen, während die Phagentherapie selektiv auf pathogene Bakterien wie Staphylococcus aureus abzielt, ohne die nützliche Flora zu stören.
Klinische Studien haben eine signifikante Verringerung entzündlicher Läsionen und eine Verbesserung der Lebensqualität bei Patient*innen gezeigt, die diese auf die Mikrobiota ausgerichteten Behandlungen erhalten.
Die vorliegende Übersicht fasst die aktuellen Erkenntnisse über die bidirektionale Wechselwirkung zwischen Stoffwechselstörungen und Hautmikrobiota zusammen und hebt therapeutische Implikationen und zukünftige Richtungen hervor.
Durch die Behandlung systemischer Stoffwechselstörungen und Mikrobiota-vermittelter Signalwege ebnen Präzisionsstrategien den Weg für verbesserte Patient*innenergebnisse in der dermatologischen Versorgung.
