Aktuell ÄD

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

vor wenigen Wochen äußerte ich an dieser Stelle die Hoffnung, dass der „Stresstest der (…) Gesundheitssysteme“ und die „Prüfung der Fundamente und Verstrebungen unserer liberalen Demokratie“ angesichts der SARS-CoV-2-Pandemie eine kollektive Einsicht in die „Eigenverantwortung jedes Einzelnen (…), sich in dieser außergewöhnlichen Situation vernünftig zu verhalten“, mit sich bringen werden. Heute, angesichts fallender Neuinfektionszahlen und erster Lockerungen der bisher angeordneten Restriktionen, darf man feststellen, dass sich diese Hoffnung erfreulicherweise weitgehend erfüllt hat. Natürlich war dies nur ein erster Schritt, aber er war enorm wichtig und gibt mir die Hoffnung, dass unsere Gesellschaft nach diesem heftigen „Sprint“ auch auf der „Langstrecke“ bis zur Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs Vernunft und Fassung bewahren wird.

Redaktionell beschäftigt uns die Pandemie in dieser Ausgabe von Ästhetische Dermatologie natürlich ebenfalls. Auch wenn sich Finanz-, Arbeits-, Gesundheits- und die weiteren involvierten Fachminister momentan sicher vorkommen müssen wie gestresste (Bundes-) Adler, die gar nicht wissen, in welches der weit aufgesperrten (Lobby-) Schnäbelchen sie die zusätzlich aufgetanen „Mäuse“ zuerst stopfen sollen, ist die aktuelle Forderung des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen (BVDD) nach schneller und unbürokratischer Hilfe zur Kompensation der deutlich erhöhten Kosten für Schutzkleidung und Hygiene in den dermatologischen Praxen natürlich absolut berechtigt (vgl. Meldung auf www.mdmverlag.com). Der renommierte Dermatologe und allseits geschätzte Kollege Dr. med. Ralph von Kiedrowski, seines Zeichens Vorstandsmitglied des BVDD, gewährt uns in einem ausführlichen Interview Einblicke in seine Praxis und wie sich der Behandlungsalltag für ihn durch den Umgang mit dem Coronavirus konkret verändert hat (s.S. 38ff). Und last but not least lassen wir auch eine Stimme aus der Industrie zu Wort kommen, in diesem Fall Jürgen Schmidt, Geschäftsführer Vertrieb bei Lutronic in Deutschland, der im Gespräch erläutert, wie sich das Unternehmen auf die neue Situation eingestellt hat und wie man den damit verbundenen Herausforderungen mit Entschlossenheit und Zuversicht begegnet (s.S. 35f ).

Ein Aspekt der Bewältigung ebendieser Herausforderungen, der in beiden Interviews zur Sprache kommt, ist naheliegenderweise die Digitalisierung bzw. Virtualisierung, die aktuell
in vielen Fällen den persönlichen Kontakt ersetzen muss. Eine weitere Säule der Aufrechterhaltung des fachlichen Informationsflusses gerade angesichts der Tatsache, dass die Durchführung von Kongressen, Tagungen und anderen großen Veranstaltungen, deren Besuch Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, vermutlich ebenso fest eingeplant hatten wie ich selbst, bis auf Weiteres unmöglich ist, bleibt das Medium, welches Sie jetzt gerade in Ihren Händen halten: die gedruckte Fachzeitschrift. Als seit über 20 Jahren etablierte und profilierte Publikation im Bereich der kurativen sowie speziell kosmetisch-ästhetischen Dermatologie sieht sich die Redaktion der Ästhetischen Dermatologie gerade in dieser schwierigen Situation ohne dezidierte Möglichkeit des fachlichen Austauschs vor Ort besonders in der Pflicht und wird Sie, liebe Leserinnen und Leser, umso gezielter und aktueller auf dem Laufenden halten! In diesem Zusammenhang freut sich der Verlag ungemein, eine brandneue Publikation ankündigen zu dürfen, die in Kürze erstmals erscheinen wird und sich u.a. ideal als Wartezimmerlektüre eignet: IQ Haut & Körper. In diesem Heft werden auf leicht verständliche und optisch ansprechende Weise alle Themen rund um Behandlung, Pflege, Ästhetik und Ernährung aufbereitet, die auch Ihre Patientinnen und Patienten interessieren. Sie dürfen gespannt sein!

Ihre

Dr. med. Andrea Schulz
Schriftleiterin Ästhetische Dermatologie